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18.10.2010

Eine Investition in die Zukunft

Warum nachhaltige Entwicklungshilfe die Unterstützung von Bildung sein sollte. Ein Betrachtung von Anna Fichtmüller

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19.09.2010

Direktor Tukinde in Deutschland

Der Headmaster der Itamba Secondary School mit seiner Ehefrau zu Gast bei uns.

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27.12.2008

Interview mit Headmaster Mr. Tukinde und Lehrer Mahali

Mr. Tukinde im Interview über Itamba und den Itamba-Verein...

Headmaster Mr. Daudi Tukinde und Lehrer Mahali im Interview über die Situation in Itamba und die Arbeit des Itamba e.V.

Direktor Mr. Tukinde
Direktor Mr. Tukinde

Daudi Tukinde ist der Direktor von Itamba Secondary School und der Lehrer Rogers Mahali der Vorsitzende der Itamba Commission vor Ort. Mit ihnen sprach der Itamba e.V. über die Situation an der Schule, des Vereins und der Schüler.


Mr. Tukinde, könnten Sie uns vielleicht zur Einleitung eine Übersicht über die Schule und ihre jetzige Situation geben?

Tukinde: Die Itamba Secondary School wurde 1984 als day school gegründet. Da aber ein großer Einzugsbereich abgedeckt werden musste - viele Schüler aus weit entfernten Dörfern kamen hier zur Schule - hat dieses System nicht funktioniert. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Nummer der Schüler von 300 auf 60 verringert. Daraufhin hat man 1994 beschlossen, aus der Schule ein Internat zu machen. Seit dem steigt die Zahl der Schüler jedes Jahr - im Moment liegt sie bei 630 - die aus ganz Tanzania kommen und hier zur Schule gehen. Die Anzahl von Jungen und Mädchen ist dabei nahezu gleich.

Diese Veränderungen stellen uns aber nun vor große Herausforderungen. Die Gebäude haben eigentlich nicht die Kapazität für so viele Schüler, so dass Schlaf- und Klassenräume, Toiletten, Laborausrüstung etc. nicht reichen. Doch wir arbeiten daran: dieses Jahr wurde mit dem Bau einer neuen Aula begonnen, da die alte längst nicht mehr alle Schüler aufnehmen kann.


Womit werden solche Projekte wie die Schulaula finanziert?

Tukinde: Durch Schulgelder oder Spenden von außen. Das Problem ist, dass die Gegend hier, Uwanji, sehr arm ist; ärmer als andere Regionen in Tansania. Darum müssen wir die Schulgebühren so niedrig wie möglich halten. Viele Leute in Uwanji sind Bauern, ohne regelmäßiges Einkommen. Einige Schüler sind auch Waisen, sie können vielleicht für ein Jahr die Gebühren zahlen, im nächsten schaffen sie es allerdings nicht mehr. Doch da haben wir zum Glük unsere Freunde aus Deutschland, die uns mit dem Itamba e.V. weiterhelfen.


Was genau ist die Arbeit des Itamba e.V.?

Mahali: Durch Spendengelder werden bedürftige Schüler aus der Gegend unterstüzt und ihnen eine Schulbildung mindestens bis zum Abschluss der Sekundarstufe I ermöglicht, bei einigen, die die Abschlussprüfung gut bestanden haben, auch die Sekundarstufe II. So unterstützt der Itamba Verein im Moment insgesamt 31 Schüler/innen in allen Klassenstufen.


Und was ist Ihre Aufgabe als Kommission vor Ort?

Mahali: Die Kommission, bestehend aus drei Mitgliedern der Diozöse, inklusive des Bischofs, und drei Mitgliedern der Schule, trifft sich einmal pro Jahr. Wir machen Aushänge in den verschiedenen Dörfern, daß jeder, der die Kriterien erfüllt, sich für ein Stipendium bewerben kann. Dann sehen wir die Anträge, ungefähr 40 pro Jahr, durch und entscheiden, wer in Frage kommt. Von diesen Schülern werden dann 7-8 ausgewählt, wobei wir versuchen, Mädchen zu bevorzugen. Außerdem begleiten wir die Stipendiaten während der Schulzeit, besonders achten wir auf ihre schulischen Leistungen. Wer zu schlecht ist, wird nicht weiter unterstützt.


Acht von vierzig. Das ist eine schwere Entscheidung. Was sind die Kriterien für Ihre Auswahl?

Mahali: Die Schüler müssen aus der Uwanji kommen und es muss feststehen, dass ihre Eltern nicht in der Lage sind, allein für die Schulbildung aufzukommen. Sie müssen die Grundschule abgeschlossen und die Aufnahmeprüfung für die Secondary School bestanden haben.

Tukinde: Wir versuchen darauf zu achten, dass wir Schüler nehmen, denen ein gewisses Talent zum Lernen gegeben ist.

Mahali: Außerdem brauchen sie ein Empfehlungsschreiben von ihrem Pfarrer, dass wirklich DIESE/R Schüler/in der Hilfe bedarf. Unsere erste Priorität bei der Auswahl gilt dann noch vor allem den Waisen.


Und wenn die ausgewählten Schüler nun die Sekundarstufe I beenden, was geschieht dann?

Tukinde: Vier von ihnen pro Jahr, die ihre Prüfungen besonders gut bestanden haben, können mit der Sekundarstufe II weitermachen, ebenfalls vom Itambaverein bezahlt. Die anderen begeben sich auf Arbeitssuche. Das ist aber inzwischen auch nicht mehr so leicht. Zum einen brauchen sie gute Leistungen. Dann können sie vielleicht Polizisten werden, oder eine Ausbildung in Krankenpflege oder als Grundschullehrer machen. Doch um Krankenschwester/pfleger oder Grundschullehrer/in zu sein, muss man aufs College gehen. Da stellt sich wieder die Frage: wer soll das bezahlen? Außerdem ist die Konkurrenz gross, da es sehr viele Bewerber gibt. Bevorzugt werden dann natürlich die mit Sekundarstufe II Abschluss genommen.


Wie reagieren die Schüler auf ihre Unterstützung?

Tukinde: Sie sind sehr motiviert und arbeiten hart. Viele von ihnen geben ihr Bestes, damit sie die Chance, einen Schritt aus ihrem alten Leben raus in ein besseres nicht ungeschehen verstreichen lassen. Manche von ihnen jedoch schaffen trotz großer Mühen nur geringe Leistungen. Das hat vor allem psychologische Gründe: wenn sie sehen, dass sie mit anderen Schülern finanziell nicht mithalten können, fühlen sie sich unterlegen, ihre Mitarbeit und Leistungen verschlechtern sich. Die Schule versucht dann, mit den Schülern zu reden, ihnen klar zu machen, dass es ihr Glück ist, dass sie ausgewählt wurden und nicht andere und dass sie daraus das beste machen sollen. Ich denke, da wäre es hilfreich, wenn der Itamba Verein nicht nur das Schulgeld bezahlen, sondern auch für Uniformen oder Taschengeld aufkommen könnte, zumindest für die ganz bedürftigen Schüler.


Auch wenn das auf die Kosten von anderen Schülern geht? Denn jedes mal, wenn Geld da ist, stellt sich doch die Frage: unterstützen wir damit die vorhandenen Schüler STÄRKER, oder helfen wir MEHR Schülern damit?

Tukinde (überlegt kurz): Nein, ich denke, am wichtigsten ist es, so vielen Schülern wie möglich bei der weiterführenden Bildung zu helfen. Der Itamba e.V. hat zwar mal das Versprechen gegeben, jedes Jahr einem Schüler auch den Universitätsaufenthalt zu bezahlen und wir hoffen auch, dass dieses Versprechen mal wahr wird, doch Vorrang sollte die Secondary Education haben.


Sind Sie mit der Arbeit des Itamba e.V. zufrieden? Mögen Sie ihre Arbeit?

Mahali: Ja, auf jeden Fall, es treten wenig Probleme auf. Und für uns ist es das Mindeste, was wir für unsere Leute tun können, um den kommenden Generationen zu helfen. Wir möchten unsere Kinder bilden, doch es ist kein Geld da. Nun gibt es einen Verein, der bereit ist, uns zu helfen. Da ist es keine grosse Arbeit für uns, zusammenzusitzen, zu schreiben und zu diskutieren.

 

Das Interview führte Anna Fichtmüller.